Wie lässt sich ein Muttermal entfernen?

Einleitung
Nur selten ist es medizinisch nötig, ein Muttermal zu entfernen. Manche Menschen entscheiden sich aus kosmetischen Gründen dafür. Oft reicht ein kleiner chirurgischer Eingriff.
Ein Leberfleck oder Muttermal kann auffallen. Manche betrachten das als attraktive Besonderheit und mögen ihren „Schönheitsfleck“. Andere stören sich daran oder haben ein erhabenes Muttermal an einer ungünstigen Stelle, wo es zum Beispiel schnell aufscheuert. Dann kann man es entfernen lassen. Rein kosmetische Eingriffe muss man in der Regel selbst bezahlen.
Ein Muttermal wird immer entfernt, wenn die Ärztin oder der Arzt bestimmte Veränderungen daran feststellt. Der Grund für die Behandlung ist also nicht das Muttermal selbst, sondern der Verdacht auf Hautkrebs. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
Wie wird ein Muttermal entfernt?
Muttermale, die entfernt werden müssen, werden aus der Haut geschnitten. Die Ärztin oder der Arzt betäubt die Stelle zuvor mit einer Spritze. Normalerweise sind nur kleine Schnitte nötig. Nach dem Eingriff wird die Wunde vernäht. Ein sehr großes Muttermal wird in mehreren Eingriffen Stück für Stück entfernt. Unter Umständen kann bei einem großen Muttermal auch eine Vollnarkose nötig sein – etwa wenn es bei einem Kind entfernt werden muss. Nur sehr selten wird Haut verpflanzt, um die Wunde zu schließen.
Komplikationen sind selten. Wie bei allen operativen Eingriffen kann es jedoch zu Infektionen der Wunde, Nachblutungen und Nervenverletzungen kommen. Falls eine Vollnarkose notwendig ist, sind Kreislauf- oder Atemprobleme möglich. Je nach Größe der Operationswunde kann eine Narbe bleiben. Um das Risiko dafür zu senken, sollte der betroffene Hautbereich für eine Weile nicht gespannt werden. Am besten bespricht man mit seiner Ärztin oder seinem Arzt, wie lange man zum Beispiel auf Sport und andere körperliche Anstrengungen verzichten sollte.
Gibt es weitere Möglichkeiten, ein Muttermal loszuwerden?
Verfahren mit Kälte, Strom oder Laser eignen sich nicht für die Entfernung von Muttermalen oder Leberflecken. Fachleute raten davon ab, weil das Gewebe zerstört wird und sich nachträglich nicht mehr genauer untersuchen lässt. Wenn zum Beispiel überprüft werden soll, ob bösartige Zellen in dem Muttermal vorhanden waren, ist das nicht mehr möglich. Außerdem können störende Narben zurückbleiben.
Wer ein Muttermal loswerden will, stößt vielleicht auch auf Verfahren wie medizinische Bleichmittel zum Auftragen auf die Haut oder Hausmittel wie Essigumschläge. Ob sie etwas bewirken und welche Nebenwirkungen sie haben, wurde bisher kaum erforscht. Deshalb ist von solchen Verfahren abzuraten.
Keinesfalls sollte man versuchen, ein Muttermal oder einen Leberfleck wegzukratzen oder mit scharfen Gegenständen wie Rasierklingen selbst zu entfernen. Das Risiko für Wundentzündungen ist dabei deutlich größer als in einer ärztlichen Praxis. Außerdem fehlt der fachkundige Blick auf das Muttermal: Ein schwarzer Hautkrebs könnte übersehen werden.
Quellen
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