Wirbelbrüchen im Alltag vorbeugen

Einleitung
Wenn es schon zu Brüchen an den Wirbelkörpern gekommen ist, besteht ein erhöhtes Risiko für weitere Brüche. Es lässt sich viel tun, um neuen Wirbelbrüchen vorzubeugen – zum Beispiel, sich rückenschonend zu bewegen.
Knochenbrüche an den Handgelenken oder der Hüfte werden meist durch Stürze verursacht. Dagegen können Wirbelkörperbrüche bei Osteoporose bereits durch eine Über- oder Fehlbelastung im Alltag entstehen. Bei einer Osteoporose der Wirbelkörper ist es neben der Basistherapie sinnvoll, auf möglichst rückenschonende Bewegungen und Haltungen zu achten.
Insbesondere drei Arten von Bewegungen können Wirbelbrüche auslösen:
- zu schweres Heben und Tragen
- starkes Krümmen der Wirbelsäule
- starkes Verdrehen der Wirbelsäule
Durch etwas Achtsamkeit im Alltag lassen sich solche Bewegungen vermeiden. Beispielsweise lässt sich die Wirbelsäule durch geschicktes Heben und Tragen entlasten. Tätigkeiten wie zum Beispiel das Umstellen von Möbelstücken oder Tragen von schweren Gegenständen vermeidet man am besten ganz.
Gerade bei Rückenschmerzen setzt man sich am besten so hin, dass die Pobacken Kontakt mit der Stuhllehne haben und der Rücken aufgerichtet ist. Ein kleines Kissen zwischen Lehne und unterem Rücken kann zusätzlichen Halt bieten und die natürliche Krümmung der Wirbelsäule unterstützen. Auch langes Sitzen kann die Wirbelsäule belasten. Günstig ist deshalb, möglichst alle halbe Stunde aufzustehen und einige Schritte zu gehen.
Wie lassen sich ungünstige Bewegungen vermeiden?
Beim Bücken und Heben lassen wir oft die Beine fast gestreckt und krümmen den Rücken. Um die Wirbel vor Brüchen zu schützen, ist es sinnvoll, beim Bücken und Heben in die Knie zu gehen und auf einen geraden Rücken zu achten. Am besten ist, sich langsam und kontrolliert zu bewegen und schnelle, ruckartige Bewegungen zu vermeiden, da sie leicht zu Verletzungen führen. Gegenstände hält man beim Heben oder Tragen am besten nah am Körper.
Beim Tragen von Einkaufstaschen ist es sinnvoll, die Last gleichmäßig auf beide Körperseiten aufzuteilen. Wenn der Oberkörper dabei nicht aufrecht gehalten werden kann, sind die Taschen zu schwer. Beim Absetzen oder Heben der Taschen am besten aus den Beinen arbeiten – das heißt, in die Knie gehen und sich aus den Knien wieder aufrichten. Dabei darauf achten, dass der Rücken gerade bleibt. Wenn möglich, Einkaufstaschen nicht auf dem Boden, sondern zum Beispiel auf einem Stuhl absetzen oder von dort wieder aufheben. Lebensmittel und andere Einkäufe können auch mit einem Einkaufstrolley nach Hause transportiert werden.
In der folgenden Tabelle sind weitere Alltagsbewegungen genannt, die bei einer Osteoporose der Wirbelsäule ungünstig sind, sowie Alternativen, wie sie sich ersetzen lassen.
| Ungünstige Bewegungen | Geeignete Alternativen |
|---|---|
Starkes Beugen des Oberkörpers oder starkes Krümmen der Wirbelsäule, zum Beispiel:
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Aus den Beinen arbeiten:
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Starkes und ruckartiges Verdrehen der Wirbelsäule, zum Beispiel:
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Heben von Gegenständen, zum Beispiel:
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Abstellen von Gegenständen, zum Beispiel:
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Die folgenden Grafiken veranschaulichen, wie ein Gegenstand rückenschonend angehoben und wieder abgesetzt werden kann. Sie zeigen außerdem, wie sich eine Verdrehung der Wirbelsäule vermeiden lässt, wenn zum Beispiel etwas vom Einkaufswagen in den Kofferraum geladen wird.
Quellen
Beck BR, Daly RM, Singh MA et al. Exercise and Sports Science Australia (ESSA) position statement on exercise prescription for the prevention and management of osteoporosis. J Sci Med Sport 2017; 20(5): 438-445.
Giangregorio LM, McGill S, Wark JD et al. Too Fit To Fracture: outcomes of a Delphi consensus process on physical activity and exercise recommendations for adults with osteoporosis with or without vertebral fractures. Osteoporos Int 2015; 26(3): 891-910.