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Mit dem Rauchen aufhören

Mit dem Rauchen aufhören
Aktualisiert am: 08.01.2021· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Der Griff zur Zigarette nach dem Essen, in der Pause oder beim Bier vor der Kneipe gehört nach wie vor für viele dazu: Etwa 30 % der Menschen in Deutschland rauchen Tabak. Die meisten versuchen aber irgendwann, sich das Rauchen wieder abzugewöhnen.

Gute Gründe gibt es dafür viele: Rauchen erhöht das Risiko für verschiedene Krankheiten und belastet den Geldbeutel. Zudem kann es auch für Menschen in der Umgebung schädlich sein, wenn sie den Tabakrauch einatmen (Passivrauchen). Raucht zum Beispiel ein Kind in der Wohnung passiv mit, kann dies seine Gesundheit beeinträchtigen.

Weil das Nikotin im Tabak schon nach kurzer Zeit abhängig macht, fällt es den meisten Menschen schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Gerade in den ersten Tagen nach dem Rauchstopp kann der Körper etwas verrücktspielen – in dieser Phase der Entwöhnung treten oft Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit oder Unruhe auf. Davon abgesehen erfordert es auch Motivation, eingeschliffene Gewohnheiten abzulegen. Trotzdem schaffen es viele Menschen irgendwann. Oft sind jedoch mehrere Anläufe nötig.

Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten und Behandlungen, die die Erfolgschancen erhöhen.

Folgen des Rauchens

Dauerhaftes Rauchen verkürzt die Lebenserwartung um mehrere Jahre und hat viele gesundheitliche Nachteile zur Folge. Es erhöht das Risiko für viele Krebsarten – insbesondere für Lungenkrebs und bösartige Tumoren im Mund- und Halsbereich. Mehr als 85 % aller Lungenkrebserkrankungen lassen sich auf das Rauchen zurückführen.

Rauchen macht außerdem anfälliger für Infektionskrankheiten wie Erkältungen, Grippe oder Lungenentzündungen. Chronischer Husten und Lungenerkrankungen wie COPD sind ebenfalls eine häufige Folge des Rauchens.

Rauchen verschlechtert auch die körperliche Fitness und schädigt das Herz-Kreislauf-System. Dadurch kann es zu Folgeerkrankungen wie einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine (pAVK) kommen. Die Zahngesundheit wird ebenfalls beeinträchtigt. Menschen, die rauchen, haben zum Beispiel öfter mit Zahnfleischentzündungen und Parodontitis zu tun.

Es gibt noch weitere Folgen: So heilen Wunden bei Raucherinnen und Rauchern langsamer. Sie haben nach einer Operation auch ein höheres Risiko für Komplikationen. Nicht zuletzt lässt Rauchen die Haut vorzeitig altern und beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und die Potenz.

In der Schwangerschaft stört Rauchen die Entwicklung des ungeborenen Kindes: Durch die schädlichen Stoffe aus dem Rauch wird das Kind schlechter mit Sauerstoff versorgt. Dies ist einer der Gründe, warum Schwangere häufiger Fehlgeburten haben, wenn sie rauchen. Außerdem steigt das Risiko, dass das Kind zu früh auf die Welt kommt, zu klein ist oder zu wenig wiegt.

Mit dem Rauchen aufhören

Die meisten Raucherinnen und Raucher schaffen es irgendwann, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist immer eine beachtliche Leistung. Je früher der Rauchstopp gelingt, desto besser ist das für die Gesundheit. Oft braucht es dazu aber mehrere Anläufe. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um die Chancen auf einen erfolgreichen Rauchstopp zu erhöhen. Dazu gehören:

  • Beratungsangebote
    Zum Beispiel von Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, der Hausarztpraxis, dem betriebsärztlichen Dienst und auch manchen Gesundheitsämtern. Außerdem gibt es vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) eine kostenlose Online- und Telefon-Beratung.
  • Nichtraucherkurse und Entwöhnungsprogramme
    Dies sind meist Gruppenkurse, die von verschiedenen Anbietern durchgeführt werden. Wenn die Kurse qualitätsgeprüft sind, werden die Kosten von den Krankenkassen teilweise oder ganz erstattet. Viele Krankenkassen machen auch eigene Angebote zur Tabakentwöhnung. Zudem gibt es App-basierte Entwöhnungsprogramme, die ärztlich verordnet werden können.
  • Medikamente ohne Rezept: Nikotinersatztherapie
    Eine Nikotinersatztherapie kann die körperlichen Entzugserscheinungen lindern und erhöht dadurch die Chancen auf einen erfolgreichen Rauchstopp. Das Nikotin aus dem Tabak wird bei der Therapie zum Beispiel durch Nikotinpflaster oder -kaugummis ersetzt und der Körper schrittweise davon entwöhnt. Nikotinersatzpräparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Medikamente auf Rezept
    Zur Raucherentwöhnung sind in Deutschland die Wirkstoffe Bupropion, Vareniclin und Cytisin zugelassen. Vareniclin unterstützt den Rauchstopp, indem es Entzugserscheinungen lindert und das Vergnügen am Rauchen mindert. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit sowie Schlaflosigkeit oder seltsame Träume. Der Nutzen von Bupropion ist unklar. Für Cytisin gibt es Hinweise, dass es beim Rauchstopp helfen kann. Es ist aber unklar, ob das auch für Menschen mit schwerer Tabakabhängigkeit gilt.

Nikotinersatztherapien und Vareniclin können unter bestimmten Voraussetzungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben werden.

Wer Behandlungen wie ein Entwöhnungsprogramm oder eine regelmäßige Telefonberatung mit Medikamenten kombiniert, hat die größten Erfolgschancen. Wenn der Rauchstopp nicht beim ersten Mal gelingt, ist das kein Grund, sich entmutigen zu lassen. Das ist ganz normal und die meisten Menschen schaffen es irgendwann.

Für andere Behandlungen wie Akupunktur, Hypnose oder pflanzliche Mittel wie Johanniskraut ist nicht nachgewiesen, dass sie die Erfolgschancen beim Rauchstopp erhöhen.

(Noch) nicht bereit für einen Rauchstopp?

E-Zigaretten können manchen Menschen helfen, vom Tabak loszukommen. Ihr Dampf enthält weniger Giftstoffe als Tabakrauch. Harmlos sind sie aber nicht: Denn der Dampf, der beim Rauchen von E-Zigaretten eingeatmet wird, enthält ebenfalls Schadstoffe und meist auch Nikotin. Wer die E-Zigarette für einen Rauchstopp nutzt, sollte sie daher möglichst für einen begrenzten Zeitraum verwenden.

Viele Menschen, die es schaffen, mit E-Zigaretten vom Tabakrauchen wegzukommen, bleiben danach beim „Dampfen“. Wer das Ziel hat, ganz ohne Nikotin und Rauchersatz auszukommen, wählt daher besser andere Entwöhnungsmethoden. Einige Fachleute raten ganz davon ab, E-Zigaretten zur Entwöhnung zu nutzen. Der Grund: Manche Menschen fangen dann an, sowohl E-Zigaretten als auch Tabakzigaretten zu konsumieren. Dadurch inhalieren sie insgesamt mehr Schadstoffe. Wer versuchen möchte, mit E-Zigaretten vom Tabak loszukommen, sollte sein Konsumverhalten daher genau beobachten und sich möglichst weitere Unterstützung holen.

Seit einigen Jahren gibt es außerdem sogenannte Tabakerhitzer. Sie verbrennen den Tabak nicht, sondern erhitzen ihn auf niedrigere Temperaturen. Manche Fachleute gehen davon aus, dass Tabakerhitzer zwar schädlicher sind als E-Zigaretten, aber weniger schädlich als Zigaretten. Insgesamt sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Tabakerhitzern aber noch nicht ausreichend untersucht. Zur Nikotin- oder Tabakentwöhnung eignen sich Tabakerhitzer nicht.

Leben und Alltag

Ein Rauchstopp hat im Alltag viele Vorteile. Bereits innerhalb kurzer Zeit kann man besser riechen und schmecken und nach wenigen Wochen verbessert sich zum Beispiel die Lungenfunktion. Nicht zuletzt verschwindet der gerade für andere Menschen oft unangenehme Geruch.

Viele Menschen befürchten, dass sie zunehmen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Tatsächlich nehmen viele Menschen etwas zu – vor allem im ersten Jahr. Der Grund ist nicht nur, dass sie mehr essen oder öfter zu Knabbereien greifen – auch der Stoffwechsel verändert sich. Außerdem unterdrückt Rauchen das Hungergefühl.

Wie sich das Gewicht verändert, ist aber individuell. Manche Ex-Raucherinnen und -Raucher nehmen gar nicht zu oder sogar ab, während andere mehrere Kilo zunehmen. Für die Gesundheit ist es besser, etwas zuzunehmen als weiter zu rauchen – und auf Dauer können sich Stoffwechsel und Gewicht auch wieder normalisieren.

Weitere Informationen

Die hausärztliche Praxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Praxis zu finden. Mit einer Frageliste kann man sich auf das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten.

Quellen

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Batra A, Kiefer F, Andreas S et al. S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung. AWMF-Registernr.: 076-006. 2021.

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Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Risiken von E-Zigaretten und Tabakerhitzern. 2023.

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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung von Bupropion, Cytisin, Nicotin und Vareniclin zur Tabakentwöhnung bei schwerer Tabakabhängigkeit: Abschlussbericht; Auftrag A22-34. 2023.

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World Health Organization (WHO). WHO report on the global tobacco epidemic 2021: addressing new and emerging products. 2021.

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