Repotrectinib (Augtyro) bei fortgeschrittenem Lungenkrebs

Einleitung
Repotrectinib (Handelsname Augtyro) ist seit Januar 2025 für Erwachsene mit nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen.
Lungenkrebs entsteht durch die bösartige Neubildung von Zellen der Atemwege (Bronchien) und ihrer Aufzweigungen, den Bronchiolen. Deshalb spricht man auch von einem Bronchialkarzinom. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Tumorarten:
- das kleinzellige Karzinom (englisch: small cell lung carcinoma, SCLC) und
- das nicht kleinzellige Karzinom (englisch: non small cell lung carcinoma, NSCLC).
Bei der Therapie spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Beispielsweise wird am Anfang untersucht, welche Mutation bei einem Tumor vorliegt. Repotrectinib ist für Lungenkrebs mit Veränderung im ROS1-Gen zugelassen. Das ROS1-Gen ist verantwortlich für die Herstellung des Eiweiß ROS1, das den Zellen signalisiert, zu wachsen und sich zu vermehren. Ein ROS1-positiver Lungenkrebs ist in der Regel aggressiv, da das ROS1-Eiweiß mehr abnormale Zellen verursacht, die zu unkontrolliertem Wachstum des Tumors führen. Zudem kann der Tumor bei manchen Personen das Eiweiß PD-L1 produzieren. Diese Veränderungen führen zu einer schlechteren Immunabwehr, die ebenfalls zu unkontrolliertem Tumorwachstum führt.
Ein Lungenkarzinom wird, wenn möglich, operativ entfernt. Manchmal ist es jedoch schon zu groß oder es hat bereits Absiedlungen (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet. In diesem Fall spricht man von fortgeschrittenem Lungenkrebs.
Repotrectinib hemmt das ROS1-Eiweiß und soll so den Krebs aufhalten.
Anwendung
Den Wirkstoff gibt es als Kapsel in einer Dosierung von 40 und 160 mg. Die Dosis wird mit 160 mg Repotrectinib 1-mal täglich für 14 Tage begonnen und dann mit 160 mg 2-mal täglich fortgeführt. Die Dosis kann bei starken Nebenwirkungen angepasst werden. Bei zu schweren Nebenwirkungen oder Fortschreiten der Krebserkrankung wird die Therapie beendet.
Andere Behandlungen
Für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem ROS1-positivem NSCLC kommen je nach Vorbehandlung, Mutationen, Verträglichkeit und Allgemeinzustand Wirkstoffe wie beispielsweise Crizotinib, Pembrolizumab, Atezolizumab, Pemetrexed oder Nivolumab infrage.
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2025 geprüft, ob Repotrectinib bei fortgeschrittenem ROS1-positivem NSCLC im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.
Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Repotrectinib (Augtyro).
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Repotrectinib (NSCLC) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A25-59. 30.07.2025. (IQWiG-Berichte; Band 2061); DOI: 10.60584/A25-59.
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