Weisheitszähne

Weisheitszähne
Aktualisiert am: 23.08.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Meist wird nur zu einer Entfernung von Weisheitszähnen geraten, wenn Probleme aufgetreten oder absehbar sind. Es ist nicht nachgewiesen, dass das Ziehen beschwerdefreier Weisheitszähne gesundheitliche Vorteile hat. Die Entfernung ist zudem unangenehm und kann Nebenwirkungen haben.

Häufig brechen Weisheitszähne gar nicht oder nur unvollständig durch. Bis zu 80 % der jungen Erwachsenen in Europa haben mindestens einen Weisheitszahn, der nicht durchgebrochen ist. Dies passiert im Unterkiefer häufiger als im Oberkiefer. Meist liegt es daran, dass im Kiefer nicht genügend Platz ist. Dann versperren andere Zähne den Weg oder der Zahn wächst schief.

Bei vielen Menschen verursachen nicht durchgebrochene (retinierte) Weisheitszähne keine Beschwerden. Sie können aber auch zu Schmerzen, Schwellungen, Karies oder Zahnfleischentzündungen führen. Zudem verschieben sie manchmal benachbarte Zähne. Auch durchgebrochene Weisheitszähne können sich entweder problemlos einfügen oder Beschwerden verursachen.

Themen-Abschnitt

Ober- und Unterkiefer mit Weisheitszähnen
Ober- und Unterkiefer mit Weisheitszähnen

Weisheitszähne gelten als Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Menschen noch ein größeres Gebiss hatten. Heute ist der Kiefer bei den meisten Menschen zu klein für diese „Extra-Zähne“. Eine Zeit lang wurden sie deshalb fast immer entfernt. Da aber nicht jeder Weisheitszahn Probleme macht und ein Eingriff mit Komplikationen verbunden sein kann, sind Zahnärztinnen und Zahnärzte mittlerweile etwas zurückhaltender.

Häufigkeit

Bei jedem Menschen sind normalerweise vier Weisheitszähne angelegt – zwei im Oberkiefer, zwei im Unterkiefer. Sie brechen aber nicht immer in die Mundhöhle durch: Bei etwa 80 von 100 jungen Erwachsenen bleibt mindestens ein Weisheitszahn im Kiefer. Manchmal bricht ein Weisheitszahn nur teilweise durch: Seine Krone ist dann immer noch etwas von Zahnfleisch bedeckt, oder er schiebt sich nicht so weit in die Mundhöhle wie andere Zähne.

Folgen

Nicht oder nur teilweise durchgebrochene Weisheitszähne verursachen oft keine Probleme. Es kann aber auch zu Schmerzen, Schwellungen oder Entzündungen am Zahnfleisch kommen. Zudem können benachbarte Zähne beschädigt werden und das Risiko für Karies steigen.

Wenn Weisheitszähne durchbrechen, ist es ähnlich: Manchmal fügen sie sich problemlos am Ende der Zahnreihe ein. Sie können aber auch andere Zähne verschieben, quer wachsen und zu Entzündungen oder anderen Komplikationen führen.

Diagnose

Wer sich wegen seiner Weisheitszähne Sorgen macht, lässt sich am besten zahnärztlich beraten. Dabei wird die Ärztin oder der Arzt zunächst nach Beschwerden fragen und die Mundhöhle und den Kiefer untersuchen. Um zu sehen, wie die Weisheitszähne liegen, wird eine Röntgenaufnahme gemacht. Die gründliche Untersuchung soll einschätzen helfen, ob die Weisheitszähne Probleme bereiten oder sich normal in den Kiefer einfügen werden.

Behandlung

Wenn ein oder mehrere Weisheitszähne zu Komplikationen führen, müssen sie normalerweise gezogen werden. Dazu genügt in der Regel ein ambulanter kieferchirurgischer Eingriff mit örtlicher Betäubung.

Früher wurden auch beschwerdefreie Weisheitszähne in der Regel gezogen. Mittlerweile empfehlen Fachleute eine Entfernung meist nur, wenn Probleme auftreten oder absehbar sind.

Weitere Informationen

Viele Menschen gehen außer wegen akuter Schmerzen auch regelmäßig für Vorsorgeuntersuchungen zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt. In unserem Thema „Gesundheitsversorgung in Deutschland“ informieren wir darüber, wie man die richtige Zahnarztpraxis findet – und mit unserer Frageliste möchten wir dabei helfen, sich auf den Arztbesuch vorzubereiten.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Operative Entfernung von Weisheitszähnen (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 007-003. 2019.

Dodson TB, Susarla SM. Impacted wisdom teeth. BMJ Clin Evid 2014: pii: 1302.

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