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Welche Übungen eignen sich nach einer Muskelverletzung am Bein?

Welche Übungen eignen sich nach einer Muskelverletzung am Bein?
Erstellt am: 31.05.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Nach einer Muskelzerrung oder einem Muskelfaserriss an Oberschenkel oder Wade sind zunächst 1 bis 2 Tage Schonung wichtig. Danach beginnt man am besten langsam mit mobilisierenden Übungen, die allmählich gesteigert werden. Meist lässt sich das Bein im Alltag und beim Sport dann schnell wieder normal belasten.

Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse heilen für gewöhnlich von allein – ganz ohne Medikamente oder Operation. Nach einer kurzen Ruhepause ist es sinnvoll, mit angepassten Bewegungen zu starten und das Bein nicht zu lange ruhigzustellen. Behutsam ausgeführte Übungen können die Regeneration der Muskulatur fördern. Wichtig ist dabei, dass die Bewegungen nahezu schmerzfrei möglich sind. Ein leichtes Ziehen ist kein Problem.

Die Belastung des Muskels wird schrittweise gesteigert. Neben Übungen für Kraft und Beweglichkeit eignen sich solche, die den Rumpf stabilisieren und das Körperbewusstsein verbessern. Sie sind auch wichtig, um erneuten Verletzungen vorzubeugen – denn nach einer Muskelverletzung ist das Risiko dafür besonders hoch. Welche Übungen sich eignen, kann man mit Physiotherapeutinnen oder -therapeuten, Ärztinnen oder Ärzten besprechen.

Bei sogenannten exzentrischen Übungen wird der Muskel unter Anspannung gedehnt. Damit lässt sich zum Beispiel die Beinmuskulatur kräftigen. Exzentrische Übungen werden bei Muskelverletzungen besonders häufig angewendet: Sie eignen sich sowohl für die schrittweise Steigerung der Belastung nach einer Muskelverletzung als auch zur Vorbeugung von (erneuten) Muskelverletzungen.

Die folgenden exzentrischen Übungen kann man nach einer Muskelzerrung oder einem Muskelfaserriss am hinteren Oberschenkel ausprobieren – man braucht dafür keine besonderen Hilfsmittel oder Kenntnisse.

Übung 1: Der Gleiter

Für diese Übung werden benötigt:

  • ein glatter Fußboden, zum Beispiel Fliesen, Laminat oder Parkett
  • ein kleines Tuch, zum Beispiel ein Wasch- oder Putzlappen aus Baumwolle oder Mikrofaser

1. Auf den Rücken legen, beide Beine anwinkeln und die Füße aufgestellt lassen. Unter den Fuß des verletzten Beins ein Tuch legen.

2. Den Po so weit wie möglich Richtung Decke anheben.

3. Die Ferse des verletzten Beins auf dem Tuch vom Po wegschieben, bis das Bein fast gestreckt ist. Das Bein dabei nicht belasten und sich für diese Bewegung 3 Sekunden Zeit nehmen. Darauf achten, dass das aufgestellte Bein nicht zur Seite wegkippt und der Po oben bleibt.

4. Den Po kurz ablegen.

5. Die Ferse zügig wieder heranziehen und in Position 2 zurückkehren: Beide Beine sind angewinkelt und der Po ist so weit wie möglich angehoben.

Diese Übung 6- bis 8-mal wiederholen. Dann zwei weitere Durchgänge mit je 6 bis 8 Wiederholungen anschließen, mit kurzen Pausen zwischen den Durchgängen.

Übung 2: Der Flieger

1. Aufrecht hinstellen, die Arme seitwärts anheben und das Gewicht auf das verletzte Bein verlagern.

2. Den Oberkörper langsam nach vorne neigen und gleichzeitig das gesunde Bein nach hinten anheben. Oberkörper und gesundes Bein bilden die ganze Zeit eine Linie. Das Standbein bleibt möglichst durchgedrückt. Sich für diese Bewegung 3 Sekunden Zeit nehmen. Den Oberkörper nur so weit nach vorne neigen, dass der Rücken dabei gerade bleibt und die Spannung gehalten werden kann.

3. Den Oberkörper zügig wieder aufrichten und in die Ausgangsposition zurückkehren.

Diese Übung 6- bis 8-mal wiederholen. Dann zwei weitere Durchgänge mit je 6 bis 8 Wiederholungen anschließen, mit kurzen Pausen zwischen den Durchgängen.

Quellen

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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