Zanubrutinib (Brukinsa) bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)

Einleitung
Der Wirkstoff Zanubrutinib (Handelsname Brukinsa) ist seit November 2022 für Erwachsene mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) zugelassen.
Die CLL ist eine seltene Krebserkrankung. Hierbei kommt es zu einer Veränderung der B-Zellen des Immunsystems. Die defekten Zellen vermehren sich in Blut, Knochenmark und Lymphsystem und verdrängen immer mehr gesunde Zellen. Meist schreitet die CLL langsam fort und verursacht im frühen Stadium keine Beschwerden. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine CLL auch Organe wie beispielsweise Leber oder Milz befallen und es kommt häufig zu Infektionen, einer Blutarmut, starker Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
Zanubrutinib soll die Vermehrung der Krebszellen hemmen und so das Voranschreiten der CLL verhindern.
Anwendung
Zanubrutinib ist als Kapsel in einer Dosierung von 80 mg verfügbar. Zur Behandlung der CLL wird eine tägliche Dosis von 320 mg (4 Tabletten) empfohlen. Die Dosierung richtet sich auch nach begleitenden Behandlungen und kann bei Nebenwirkungen angepasst werden. Treten zu starke Nebenwirkungen auf oder schreitet der Krebs fort, wird die Behandlung beendet.
Andere Behandlungen
Bei Patientinnen und Patienten mit CLL kommen, abhängig vom Allgemeinzustand, vorherigen Therapien, Begleiterkrankungen und genetischen Risikofaktoren, verschiedene Wirkstoffe allein oder in Kombination infrage. Dazu gehören unter anderem Ibrutinib Rituximab, Obinutuzumab, Bendamustin oder eine Chemoimmuntherapie. Bei vorbehandelten Personen kann auch eine unterstützende Behandlung, „Best Supportive Care“ (BSC), eingesetzt werden. Die BSC orientiert sich an individuellen Bedürfnissen und soll Beschwerden wie Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern.
Bewertung
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2023 geprüft, ob Zanubrutinib als Erst- oder Folgetherapie für Erwachsene mit lymphatischer Leukämie im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.
Der Hersteller legte für beide Fragestellungen Daten vor:
Weitere Informationen
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Zanubrutinib (Brukinsa) als Erst- oder Folgebehandlung.
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Zanubrutinib (nicht vorbehandelte chronische lymphatische Leukämie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A22-130. 10.03.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1522).
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Zanubrutinib (chronische lymphatische Leukämie, rezidiviert/refraktär) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A22-132. 10.03.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1521).
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Zanubrutinib (nicht vorbehandelte chronische lymphatische Leukämie) – Addendum zum Auftrag A22-130, Auftrag A23-41. 26.05.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1565).
IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
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