InformationenLeben mit Myomen

Leben mit Myomen

Leben mit Myomen
Aktualisiert am: 28.05.2025· Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Wenn Myome Beschwerden machen, können sie zu einer Belastung werden. Bei der Entscheidung für eine Behandlung geht es vielen Frauen auch darum, im Alltag einen guten Umgang mit den Beschwerden zu finden.

Selbst wenn die gutartigen Geschwulste nicht immer spürbar sind: Wenn sie starke Beschwerden auslösen, können Myome das Alltagsleben sehr beeinträchtigen. Sie führen dann etwa zu starken Blutungen und Krämpfen während der Periode, Schmerzen im Unterleib oder Verstopfung. Viele Frauen erleben ihre Myome als schmerzhafte Erkrankung, die sie immer wieder für Tage außer Gefecht setzt.

Die Behandlung von Myomen richtet sich nach den Beschwerden, aber auch nach der persönlichen Situation und dem Alter einer Frau: Manche fühlen sich am meisten durch starke Monatsblutungen, Krämpfe und Erschöpfung beeinträchtigt. Für andere steht die Sorge im Vordergrund, vielleicht keine Kinder (mehr) bekommen zu können. Da die Symptome in den Wechseljahren abklingen und danach meist ganz verschwinden, erwägen Frauen mit Mitte 40 oft andere Behandlungsmöglichkeiten als mit Anfang 20.

Allen gemeinsam ist jedoch die Frage, wie sie die Beschwerden auch selbst in den Griff bekommen können. Viele Frauen finden einen eigenen Weg, die Auswirkungen auf den Alltag möglichst gering zu halten.

Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?

Beschwerden wie starke Blutungen, Krämpfe und Schmerzen während der Menstruation werden manchmal als „normale Frauenbeschwerden“ abgetan – von Außenstehenden, aber auch von den betroffenen Frauen selbst. Es kann schwierig sein, für sich zu entscheiden, ab wann solche Symptome nicht mehr normal sind und einen Arztbesuch „rechtfertigen“. Doch auch wenn die Periode für die meisten Frauen zum Leben gehört: Auf starke, belastende Beschwerden trifft das nicht zu. Keine Frau muss sie aushalten, außerdem lassen sie sich meist behandeln. Deshalb ist ein Arztbesuch zur Abklärung sinnvoll und oft hilfreich.

Myome, die keine Beschwerden verursachen, werden häufig bei frauenärztlichen Untersuchungen aus anderen Gründen entdeckt. Viele Frauen mit Beschwerden wenden sich gezielt an ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt, um eine Erklärung für ihre Schmerzen zu finden und weil sie sich Sorgen machen, dass eine ernsthafte Erkrankung die Ursache ist. Dass Myome gutartig sind, wissen viele Frauen zu Anfang nicht. Umso wichtiger ist die Information, dass ein Myom keine Krebserkrankung ist und kein Krebs daraus entstehen kann.

Wie beeinflussen Myom-Beschwerden den Alltag und das Lebensgefühl?

Starke Menstruationsbeschwerden oder andere Symptome wie Blasenschwäche oder Erschöpfung können das Berufs- und Privatleben belasten und die Lebensqualität beeinträchtigen. Wer wegen der Beschwerden regelmäßig nicht zur Arbeit gehen kann, empfindet oft Schuldgefühle gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten oder gerät beruflich unter Druck. Aber auch Freizeitaktivitäten fallen häufig aus, Verabredungen können nicht eingehalten werden.

Eine starke Periode kann sehr lästig sein. Durch den hohen Blutverlust kann sie müde, unkonzentriert und weniger leistungsfähig machen. Im Alltag stören aber nicht nur die körperlichen Beschwerden: Eine starke Periode kann als peinlich oder störend erlebt werden, manchmal auch als angsteinflößend oder eklig. Einige Frauen haben das unangenehme Gefühl, regelrecht „auszulaufen“. Manche vermeiden es, während der Tage mit heftiger Blutung aus dem Haus zu gehen, und sagen Termine ab.

Starke Beschwerden können die Stimmung trüben und dazu führen, dass man sich gereizt und unleidlich fühlt. Dies kann auch eine Partnerschaft in Mitleidenschaft ziehen – zumal die Beschwerden oft auch die Lust auf Sex dämpfen. Wenn der Partner oder die Partnerin sich abgelehnt fühlt oder wenig Verständnis zeigt, können leicht Konflikte entstehen. Manche Frauen haben Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, möchten deshalb weniger Sex oder vermeiden ihn ganz. Zuwendung und offene Gespräche sind dann wichtig – für beide Parteien.

Bei Frauen mit großen oder besonders vielen Myomen kann sich das Körpergefühl ändern. Viele fühlen sich insgesamt weniger attraktiv. Für manche fühlt es sich an, als würde etwas Fremdes, Unkontrollierbares in ihnen wachsen. Besonders belastend kann es sein, scheinbar grundlos zuzunehmen oder „wie schwanger“ auszusehen.

Was kann ich von einer Behandlung erwarten?

Es kann sein, dass eine Behandlung mit hormonellen Mitteln oder einer Operation die Beschwerden dauerhaft verschwinden lässt. Doch nicht jede Therapie führt zum erhofften Ergebnis. Manche helfen nur vorübergehend und alle haben ihre Nachteile. Die Abwägung zwischen Chancen und Risiken ist nicht immer einfach, doch es gibt keinen Grund zur Eile: Man kann sich in Ruhe darüber klar werden, welche Beschwerden am meisten belasten, und sich dann informieren, welche Behandlung sie am besten zu lindern verspricht.

Erfolglose Behandlungen können mutlos machen, besonders wenn auch noch unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Manche Frauen erleben dies als Wechselbad zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Einige machen sich Sorgen, dass die Myome zum Beispiel nach einer Operation wiederkommen oder dass der Eingriff andere Probleme auslöst. Bei Behandlungsentscheidungen spielen – neben dem ärztlichen Rat – oft auch Empfehlungen und Erfahrungen nahestehender Menschen eine Rolle. Schwierig wird es, wenn diese sich Sorgen machen und gut gemeinten Druck ausüben, sich für eine bestimmte Behandlung zu entscheiden.

Bei der Wahl einer Behandlung ist das Thema Kinderwunsch von großer Bedeutung, denn nicht alle Therapien eignen sich für Frauen, die sich ein Kind wünschen. Viele Behandlungen wirken empfängnisverhütend, schränken die Fruchtbarkeit ein oder erhöhen das Risiko für Fehlgeburten. Eine Gebärmutterentfernung kommt bei Kinderwunsch gar nicht infrage.

Manche Frauen machen die Erfahrung, dass eine Ärztin oder ein Arzt wie selbstverständlich davon ausgeht, dass Frauen über 40 keine Kinder mehr haben möchten. Auch die früher weit verbreitete Ansicht, die Gebärmutter sei bei Frauen ohne Kinderwunsch ein überflüssiges Organ, ist bei einigen Ärztinnen und Ärzten noch vorhanden. Sie kann für eine Frau aber ein wichtiger Teil ihres Körpers und weiblichen Selbstgefühls sein. Zudem zieht die Entfernung der Gebärmutter manchmal auch Probleme wie eine Blasenschwäche nach sich. Dennoch fühlen sich viele Frauen nach der Operation erleichtert und sind froh, keine Menstruation und keine Myom-Beschwerden mehr zu haben.

Den eigenen Weg finden

Abgesehen von einer Behandlung gibt es einige Möglichkeiten, mit den Beschwerden im Alltag besser zurechtzukommen. Vielen Frauen hilft das Gefühl, ihre Beschwerden selbst kontrollieren zu können. Sie versuchen herauszufinden, wie sich die Folgen für den Alltag so gering wie möglich halten lassen. Eine Möglichkeit ist, den Verlauf der Beschwerden aufmerksam zu beobachten, zum Beispiel mithilfe eines Tagebuchs. Wenn deutlich wird, wann welche Symptome auftreten, fällt es leichter, Strategien zum Umgang mit ihnen zu entwickeln. Dies kann zum Beispiel bei einer starken Periode sehr hilfreich sein.

Häufig probieren Frauen auch verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe aus, wie etwa eine bewusstere Ernährung oder mehr körperliche Aktivität. Sie machen Yoga oder versuchen es mit Entspannungstechniken. Neben Hausmitteln wie Wärmeanwendungen gegen Krämpfe und Schmerzen kommen auch pflanzliche Mittel, Akupunktur oder andere Behandlungsmethoden aus der „komplementären“ Medizin zum Einsatz. Allerdings sind solche Methoden kaum in guten Studien überprüft – deshalb lässt sich wenig dazu sagen, ob sie bei Myomen helfen.

Das spricht aber nicht dagegen, für sich selbst herauszufinden, was einem guttut. Das kann auch der Austausch mit anderen betroffenen Frauen sein – ob im Internet, im privaten Umfeld oder in Selbsthilfegruppen. Ein solcher Austausch kann zudem dabei unterstützen, sich gut auf Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten vorzubereiten – oder bei der Suche nach einer Ärztin oder einem Arzt helfen, die oder der die eigenen Wünsche berücksichtigt.

Quellen

Askew J. A qualitative comparison of women's attitudes toward hysterectomy and myomectomy. Health Care Women Int 2009; 30(8): 728-742.

Brito LG, Panobianco MS, Sabino-de-Freitas MM et al. Uterine leiomyoma: understanding the impact of symptoms on womens' lives. Reprod Health 2014; 11(1): 10.

Deal LS, Williams VS, Fehnel SE. Development of an electronic daily uterine fibroid symptom diary. Patient 2011; 4(1): 31-44.

Nicholls C, Glover L, Pistrang N. The illness experiences of women with fibroids: an exploratory qualitative study. J Psychosom Obstet Gynaecol 2004; 25(3-4): 295-304.

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