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Welche Folgen kann eine Chlamydien-Infektion haben?

Welche Folgen kann eine Chlamydien-Infektion haben?
Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Eine mit sexuell übertragbaren Chlamydien kann zu Komplikationen führen – auch wenn die Beschwerden mild sind oder zunächst ganz fehlen. Die kann sich im Körper ausbreiten und unter anderem Schmerzen, und Unfruchtbarkeit verursachen.

Chlamydien sind . Hierzulande kommen vor allem Chlamydien-Arten vor, die sexuell übertragbare Infektionen auslösen. Sie befallen die Schleimhäute im Genitaltrakt und After, aber auch in Mund, Rachen oder Auge. Oft treten keine Symptome auf und man bemerkt gar nicht, dass man sich angesteckt hat. Bleibt die unbehandelt, können die Erreger aber im Körper bleiben. Das kann zur Folge haben,

  • dass die Erreger sich auf die inneren Geschlechtsorgane ausbreiten und zu Komplikationen führen und
  • dass sie beim Sex an andere weitergegeben werden.

Dabei spielt es keine Rolle, wie stark die Beschwerden zu Beginn waren.

Was bedeutet „aufsteigende Infektion“?

Zu den typischen Komplikationen gehört die sogenannte aufsteigende Infektion. Das bedeutet, dass sich die Chlamydien von der zuerst infizierten Stelle aus weiter ausbreiten – bei Frauen meist vom Gebärmutterhals. Von dort kann die Infektion entlang der inneren Geschlechtsorgane „aufsteigen“.

Die Bakterien können zunächst die Schleimhaut in der Gebärmutter befallen und Schmerzen, stärkere Regel- oder Zwischenblutungen auslösen. Breiten sich die Erreger noch weiter aus, können sich die Eileiter und Eierstöcke entzünden. Mögliche Symptome sind Unterleibs- oder Bauchschmerzen, Fieber und Verstopfung.

Langfristig können Verwachsungen und Verklebungen entstehen, die dazu führen, dass eine Frau keine Kinder mehr bekommen kann. Solche Veränderungen erhöhen außerdem das Risiko für Eileiterschwangerschaften.

Manchmal breiten sich die Chlamydien bei Frauen auf das ganze Becken aus und führen dort zu einer Entzündung. Diese kann mild verlaufen, aber auch zu starken Schmerzen, hohem Fieber und Schüttelfrost führen. Auch der Bereich um die Leber sowie das Bauchfell können sich entzünden.

Bei Männern kann sich über die Harnröhre die Prostata entzünden. Mögliche Symptome sind Schmerzen im Dammbereich, Fieber und Probleme beim Wasserlassen oder Sex. Auch die Samenbläschen oder Samenleiter können betroffen sein und schmerzen. Wenn sich der Nebenhoden entzündet, kann der Hodensack schmerzhaft anschwellen und sich röten.

Welche weiteren Komplikationen sind möglich?

Es ist möglich, dass man die Chlamydien auf andere Stellen seines Körpers überträgt – zum Beispiel, wenn Ausfluss an den Fingern haftet und man sich die Augen reibt. Sind die Augen befallen, kommt es zu einer eitrigen Bindehautentzündung. Auch die Augenhornhaut kann sich entzünden, was Sehstörungen zur Folge hat und unbehandelt bis zur Erblindung führen kann.

Auch an nicht befallenen Körperstellen können Reaktionen auf die Infektion auftreten, die von der Immunabwehr ausgelöst werden – zum Beispiel schmerzhafte Gelenkschwellungen. Wenn diese zusammen mit einer Harnröhren- und einer Bindehautentzündung auftreten, nennen Fachleute dieses Krankheitsbild reaktive Arthritis.

Welche Folgen sind für Schwangere und Neugeborene möglich?

Hat eine Schwangere eine Chlamydien-Infektion, ist das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt erhöht. Lässt eine schwangere Frau einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen, kann sich dabei eine unbemerkte Chlamydien-Infektion ausbreiten und zu einer schweren Beckenentzündung führen.

Bleibt die Infektion in der Schwangerschaft unbehandelt, kann sich das Kind bei der Geburt anstecken, wenn es mit den Chlamydien im Genitalbereich der Mutter in Kontakt kommt. Dazu kommt es bei etwa zwei Drittel der Kinder von infizierten Müttern. Die Neugeborenen bekommen dann häufig eine Bindehautentzündung, manchmal auch eine Mittelohr- und seltener eine Lungenentzündung.

Aus diesem Grund gehört zur Vorsorge in der Schwangerschaft ein Chlamydien-Test.

Was schützt vor Komplikationen?

Komplikationen und die Verbreitung der Erkrankung lassen sich vermeiden, indem die Chlamydien-Infektion früh erkannt und behandelt wird. Wenn man sexuell aktiv ist und Beschwerden wie wässrigen oder eitrigen Ausfluss hat, ist es sinnvoll, einen Test zu machen.

Wer ein erhöhtes Risiko für sexuell übertragbare Infektionen hat, sollte sich auch unabhängig von Symptomen regelmäßig testen lassen. So können auch beschwerdefreie Infektionen erkannt und danach behandelt werden, bevor Komplikationen auftreten.

Quellen

Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG). Infektionen mit Chlamydia trachomatis (S2k-Leitlinie, in Überarbeitung). AWMF-Registernr.: 059-005. 2016.

Moll I. Duale Reihe Dermatologie. Stuttgart: Thieme; 2016.

Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber Chlamydiosen (Teil 1): Erkrankungen durch Chlamydia trachomatis. 2010.

Weyerstahl T, Stauber M. Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Stuttgart: Thieme; 2013.

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