Wie werden Furunkel behandelt?

Einleitung
Furunkel werden in der Regel von einer Ärztin oder einem Arzt behandelt. Bei „reifen“ Furunkeln wird ein kleiner Schnitt gemacht, damit der Eiter ablaufen und die Wunde abheilen kann. Manchmal sind auch Antibiotika sinnvoll. Wer selbst an einem Furunkel herumdrückt, riskiert, dass sich die Bakterien im Körper ausbreiten, was zu Komplikationen wie Abszessen oder sogar einer Sepsis führen kann.
Ein Furunkel ist eine durch Bakterien verursachte Hautentzündung, die man sich wie einen sehr großen Eiterpickel vorstellen kann. Die Entzündung beginnt mit einer deutlichen Schwellung, in der sich dann Eiter bildet und ansammelt. Furunkel sind oft sehr schmerzhaft.
Furunkel können sich von selbst entleeren und problemlos abheilen. Vor allem bei großen Furunkeln ist aber oft eine ärztliche Behandlung nötig.
Kommt es häufig zu Furunkeln, kann das auf eine Erkrankung hinweisen, die das Immunsystem schwächt und dadurch das Risiko für Infektionen erhöht. Neben der Behandlung der Furunkel ist es dann wichtig, die Grunderkrankung festzustellen und zu behandeln.
Wann kommen Verbände und Zugsalbe infrage?
Wenn ein Furunkel entsteht, ist die Eiterhöhle im Inneren der Schwellung (Abszess) noch nicht vollständig ausgebildet. Dann werden meist feucht-warme, antiseptische Umschläge oder Watteverbände mit sogenannter Zugsalbe (Wirkstoff: Ammoniumbituminosulfonat, auch als Ichthyol bekannt) angelegt. Sie sollen die „Reifung“ des Abszesses im Inneren des Furunkels beschleunigen, sodass er sich später von allein entleert und abheilt – oder in der Arztpraxis aufgeschnitten und der Eiter abgelassen werden kann.
Wie läuft das Aufschneiden eines Furunkels ab?
Das Aufschneiden (Inzision) und das Ableiten (Drainage) von Eiter und Wundflüssigkeit gehören zur Standardbehandlung von insbesondere größeren Furunkeln. Der Eingriff wird in der Regel ambulant vorgenommen. Zuerst wird die Region um die Entzündung desinfiziert und örtlich betäubt oder vereist. Dann schneidet die Ärztin oder der Arzt die Haut über dem Furunkel auf und lässt den Eiter ab. Oft wird die Wunde zusätzlich mit einer sterilen Kochsalzlösung gespült. Manchmal werden auch antiseptische Lösungen oder Salben verwendet.
Die Ärztin oder der Arzt legt manchmal danach einen oder mehrere Gaze- oder Silikonstreifen in die offene Wunde ein. Die Streifen leiten den restlichen Eiter und Wundflüssigkeit nach außen ab. Das hält die Wunde sauber und sorgt dafür, dass sich das Gewebe allmählich beruhigt. Die Streifen werden in der Regel täglich gewechselt, zum Beispiel bei der Hausärztin oder beim Hausarzt.
Die Wunde wird in der Regel nicht vernäht, sie schließt sich allmählich von selbst. Solange die Wunde noch offen ist, schützt eine Kompresse oder ein Pflaster vor Schmutz und Krankheitserregern.
Welche Behandlung kommt bei einem schwereren Verlauf infrage?
Normalerweise sind bei einem Furunkel keine weiteren Behandlungen notwendig. Manchmal können jedoch zusätzliche Maßnahmen nötig sein – zum Beispiel, wenn sich der Furunkel im Gesicht befindet, wenn mehrere Furunkel zu einem Karbunkel zusammengeschmolzen sind oder wenn sich die Entzündung im Körper ausbreitet.
Ruhigstellung
Bei einem Furunkel im Gesicht ist es wichtig, den entzündeten Bereich ruhig zu halten. Denn Bewegung und Druck können das Risiko erhöhen, dass sich die Bakterien über den Blutweg bis ins Gehirn ausbreiten und dort zu einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) führen. Deshalb sollte man nicht versuchen, den Furunkel auszudrücken, und die Gesichtsmuskeln möglichst wenig beanspruchen. Das heißt: nicht sprechen und möglichst nur flüssige oder breiige Nahrung zu sich nehmen. Zusätzlich wird Bettruhe empfohlen.
Antibiotika
Wenn Komplikationen eingetreten oder wahrscheinlich sind, werden Antibiotika als Tablette oder Saft eingenommen oder als Infusion oder Spritze gegeben. Diese verteilen sich im gesamten Körper.
Antibiotika sind in der Regel nur in diesen Situationen nötig:
- bei einem Furunkel im Gesicht, insbesondere an der Oberlippe und bei einer schweren Form des Nasenfurunkels
- wenn mehrere Furunkel bestehen (Furunkulose) oder bei einem Karbunkel
- wenn sich die Entzündung über die Lymphwege weiter ausbreitet
- bei Symptomen wie Fieber, erhöhtem Puls, niedrigem Blutdruck und schneller Atmung oder wenn Blutuntersuchungen dafür sprechen, dass sich die Entzündung im Körper ausbreitet
In der Regel wird ein Antibiotikum verschrieben, das bei Furunkeln gut wirkt, da fast immer das gleiche Bakterium dafür verantwortlich ist.
Nur selten werden Eiterproben im Labor untersucht, um den Erreger genauer zu bestimmen und herauszufinden, mit welchem Antibiotikum er am besten behandelt werden kann. Das kann zum Beispiel in folgenden Situationen nötig sein:
- Der Furunkel heilt unter der üblichen Therapie nicht ab.
- Es gibt den Verdacht auf eine Blutvergiftung (Sepsis).
- Das Risiko besteht, dass es sich um Bakterien handelt, die gegen viele Antibiotika resistent sind.
Quellen
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