InformationenWie wird ein Leistenbruch bei Kindern behandelt?

Wie wird ein Leistenbruch bei Kindern behandelt?

Wie wird ein Leistenbruch bei Kindern behandelt?
Aktualisiert am: 31.10.2023· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Bei Kindern sind Leistenbrüche meist angeboren. Sie werden immer operiert, da sie sich nicht von selbst zurückbilden und Komplikationen verursachen können.

Während der Schwangerschaft liegen die Hoden eines heranwachsenden Jungen zunächst noch in der Leiste. Sie wandern erst kurz vor oder nach der Geburt durch den Leistenkanal in den Hodensack. Solange der Leistenkanal noch nicht richtig verschlossen ist, kommt es häufiger zu einem Leistenbruch. Dann treten Fettgewebe oder Teile des Darms durch eine Lücke in der Bauchwand hervor. Das bezeichnet man als Bruchsack. Bei Mädchen kommt es selten zu einem Leistenbruch – denn der Leistenkanal ist bei ihnen enger.

Etwa 5 von 100 Neugeborenen haben einen Leistenbruch. Jungen sind fünfmal häufiger betroffen als Mädchen. Auch bei Frühgeborenen ist das Risiko erhöht.

Wie zeigt sich ein Leistenbruch?

In der Leiste ist eine Beule zu sehen – manchmal aber nur, wenn das Kind schreit oder presst. Häufig sind beide Seiten betroffen. Ein Leistenbruch macht meist keine Beschwerden, kann aber manchmal einen ziehenden Schmerz verursachen.

Wenn sich der Bruchsack vergrößert, kann bei Jungen der Hodensack anschwellen und bei Mädchen die Schamlippen. Ärztinnen und Ärzte können den Bruch meist ertasten. Zusätzlich kann ein Ultraschall gemacht werden.

Welche Risiken hat ein Leistenbruch?

Bauchgewebe oder ein Teil des Darms können sich in der Bruchlücke einklemmen. Dies führt meist zu plötzlichen Beschwerden: Das Kind ist dann sehr unruhig und schreit mehr. Vielleicht trinkt es weniger und erbricht sich. Wenn sich der eingeklemmte Bruch entzündet, kann das Kind fiebern. Der Bruchsack kann sich rötlich verfärben.

Wie wird ein Leistenbruch behandelt?

Bei Kindern werden Leistenbrüche immer operiert, um eine Einklemmung zu verhindern. Wie dringend eine Operation ist, hängt vom Alter des Kindes und von der Schwere des Bruchs ab. Operiert wird meist in den ersten Wochen bis Monaten nach der Diagnose. Dabei wägen Ärztinnen und Ärzte auch ab, wie hoch das Risiko eines Eingriffs ist. Denn bei sehr jungen oder frühgeborenen Kindern ist eine Operation risikoreicher als bei etwas älteren Kindern.

Meist wird unter Vollnarkose operiert. In der Regel ist nur ein sehr kleiner Hautschnitt nötig. Es kann auch laparoskopisch (minimalinvasiv) operiert werden. Die Lücke wird mit einer Naht verschlossen. Ein Netz wird nicht eingesetzt. Manchmal ist der Eingriff ambulant möglich – dann kann das Kind noch am selben Tag wieder nach Hause.

Quellen

Olesen CS, Andresen K, Oberg S et al. Laparoscopic versus open repair of groin hernias in children: a systematic review and meta-analysis. Surg Endosc 2019; 33(7): 2050-2060.

Wang KS. Assessment and management of inguinal hernia in infants. Pediatrics 2012; 130(4): 768-773.

Zhao J, Yu C, Lu J et al. Laparoscopic versus open inguinal hernia repair in children: A systematic review. J Minim Access Surg 2022; 18(1): 12-19.

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