InformationenWie wird eine akute Pankreatitis behandelt?

Wie wird eine akute Pankreatitis behandelt?

Wie wird eine akute Pankreatitis behandelt?
Aktualisiert am: 01.10.2025· Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Eine akute der (Pankreatitis) heilt meist innerhalb einer Woche aus. Um die zu entlasten, wird für kurze Zeit auf feste Nahrung verzichtet. Schmerzmittel und ein Tropf mit Flüssigkeit können helfen, Beschwerden zu lindern und Komplikationen wie einem Blutdruckabfall vorzubeugen.

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse macht sich durch plötzliche starke Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar. Die häufigsten Ursachen sind Gallensteine und ein starker Alkoholkonsum.

Bei 80 % der Erkrankten ist die nach einer Woche ausgeheilt. Manchmal führt sie jedoch zu ernsthaften Komplikationen wie einer oder einem teilweisen Absterben der . Daher wird eine akute Pankreatitis üblicherweise im Krankenhaus behandelt.

Was ist die wichtigste Sofortmaßnahme bei einer Pankreatitis?

Bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse verliert der Körper in kurzer Zeit viel Flüssigkeit und dadurch auch Mineralstoffe. Übelkeit und Erbrechen machen es zudem kaum möglich, noch ausreichend zu trinken. Der Flüssigkeitsverlust kann zu Komplikationen führen, beispielsweise einem zu niedrigen Blutdruck oder sogar einem Schock. Um dies zu verhindern, erhält man über einen Tropf eine Flüssigkeitslösung mit Elektrolyten.

Wie lassen sich die Schmerzen lindern?

Eine akute Pankreatitis ist meist sehr schmerzhaft. Die Schmerzen lassen sich mit verschiedenen Medikamenten lindern. Oft sind starke Schmerzmittel (Opioide) nötig. Sie werden in der Regel ebenfalls über einen Tropf oder über einen Katheter (Periduralanästhesie) gegeben.

Manchmal ist es möglich, die Dosierung der Schmerzmittel je nach Bedarf selbst anzupassen. Dies wird „patientenkontrollierte Schmerzbehandlung“ genannt. Dazu verwendet man eine Pumpe, über die man sich die Medikamente selbst verabreichen kann. Eine Sicherung verhindert Überdosierungen.

Früher wurden Opioide wie Morphin zurückhaltend eingesetzt, weil man befürchtete, dass sie den Abfluss des Verdauungssafts aus der Bauchspeicheldrüse weiter erschweren. Es gibt aber keine Studien, die zeigen, dass die Mittel zu Problemen führen. Heute spricht daher nichts dagegen, die Schmerzen bei akuter Pankreatitis mit Opioiden zu behandeln.

Wenn die Schmerzen nachlassen, können schwächere Schmerzmittel wie Paracetamol oder ein NSAR wie Ibuprofen eingesetzt werden.

Wie lange dauert es, bis man wieder essen kann?

Strenges Fasten wird bei Pankreatitis nicht mehr empfohlen. Aus Studien ist bekannt, dass viele Erkrankte wieder etwas essen können, sobald die Beschwerden nachgelassen haben und sie Hunger bekommen. Dies gilt auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen.

Oft ist es bereits nach 1 bis 2 Tagen wieder möglich, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Es wird empfohlen, mit einer leicht verdaulichen und fettarmen Kost zu beginnen. Bei Übelkeit, Erbrechen oder Komplikationen wie einem Darmverschluss sollte aber auf feste Nahrung verzichtet werden.

Wann ist eine künstliche Ernährung nötig?

Wenn es nicht möglich ist, innerhalb einiger Tage wieder zu essen, kann der Körper über eine Magensonde mit wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Dazu wird flüssige Sondennahrung verwendet. Eine Magensonde ist ein dünner Schlauch, der über die Nase und durch die Speiseröhre bis in den Magen oder den Dünndarm geführt wird.

In Ausnahmen kann auch eine sogenannte parenterale Ernährung nötig werden. Dabei werden die Nährstoffe über einen Tropf direkt in die Blutbahn gegeben. Dies kann zum Beispiel nötig sein, wenn jemand gar keine Nahrung aufnehmen kann, weil das Verdauen sofort Schmerzen auslöst, oder weil eine Sonde nicht ausreichend weit in den Darm vorgeschoben werden kann. Wenn möglich, wird eine Sonde einer Ernährung per Tropf vorgezogen. Denn viele Studien zeigen, dass eine Ernährung per Tropf häufiger zu Infektionen und Komplikationen führt und sogar die Sterblichkeit erhöht.

Können Antibiotika oder andere Mittel Komplikationen vorbeugen?

Eine der möglichen Komplikationen einer akuten Pankreatitis sind Infektionen. Sie können sowohl die Bauchspeicheldrüse selbst als auch andere Organe wie die Lunge oder die Gallenwege betreffen. Solche Infektionen werden mit Antibiotika behandelt.

Besser wäre es, Infektionen von vornherein zu verhindern. Dazu erhielten früher vor allem Menschen, bei denen ein Teil der Bauchspeicheldrüse abgestorben ist (nekrotisierende Pankreatitis), oft vorbeugend Antibiotika. Dies sollte verhindern, dass sich das abgestorbene Gewebe entzündet und eine sogenannte infizierte nekrotisierende Pankreatitis entsteht. Bisherige Studien zeigen aber nicht eindeutig, dass vorbeugend eingenommene Antibiotika vor Komplikationen schützen. Da Antibiotika zudem Nebenwirkungen haben und ein zu häufiger Einsatz Resistenzen fördern kann, raten Fachleute heute von einer routinemäßigen Vorbeugung mit Antibiotika ab.

Einige Studien haben untersucht, ob Prä- oder Probiotika vor Komplikationen schützen oder den Krankheitsverlauf beeinflussen. Diese Mittel sollen unter anderem das Wachstum von unschädlichen Milchsäurebakterien fördern und dadurch das Risiko von Infektionen senken. Bisherige Studien zeigen allerdings keinen Nutzen.

Wie werden Gallensteine behandelt?

Wird eine akute Pankreatitis durch Gallensteine verursacht, können die Steine im Rahmen einer endoskopisch-retrograden Cholangiografie (ERC) entfernt werden. Dabei wird ein dünnes Endoskop über die Speiseröhre, den Magen und den Anfang des Zwölffingerdarms bis zur Mündung des Gallengangs vorgeschoben. Dann wird ein Kontrastmittel in den Gallengang gespritzt, um die Gallensteine auf einem Röntgenbild sichtbar zu machen. Sie können dann mit einem kleinen Drahtkörbchen an der Spitze des Endoskops gegriffen und entfernt werden.

Haben Gallensteine die Pankreatitis ausgelöst, wird normalerweise später die Gallenblase entfernt. Dadurch sinkt das Risiko, dass sich erneut Gallensteine bilden und sich die Bauchspeicheldrüse wieder entzündet. Bei etwa 20 von 100 Menschen, denen die Gallenblase nicht entfernt wurde, kommt es innerhalb einiger Monate zu einer weiteren Entzündung. Wenn die akute Pankreatitis unkompliziert verläuft, kann die Gallenblase bereits in den ersten Tagen des Krankenhausaufenthalts entfernt werden. Eine frühe Operation hat den Vorteil, dass man das Krankenhaus eher verlassen kann. Nach bisherigen Forschungsergebnissen hat es bei einer unkomplizierten Pankreatitis keine Nachteile, wenn die Gallenblase früh entfernt wird. Bei einem schweren oder komplizierten Verlauf wartet man zunächst ab, bis sich der Körper erholt hat. Sonst wäre das Risiko für Komplikationen wie schwere Blutungen, Herzrhythmusstörungen und einen Kreislaufschock während der Operation und Narkose zu hoch.

Womit ist bei einem schweren Verlauf zu rechnen?

Bei etwa 15 bis 20 von 100 Erkrankten führt die akute Pankreatitis zu Komplikationen an der Bauchspeicheldrüse oder anderen Organen. Eine häufige Folgeerscheinung sind Pseudozysten. Das sind mit Flüssigkeit gefüllte Blasen in der Bauchspeicheldrüse. Wenn sie klein bleiben und keine Beschwerden auslösen, müssen sie nicht behandelt werden. Größere Pseudozysten können jedoch reißen und bluten oder sich entzünden und dann einen Abszess bilden. Um dies zu verhindern, können Zysten zum Beispiel durch eine Nadel von außen abgesaugt werden.

Abgestorbenes Gewebe (Nekrose) muss nicht immer sofort behandelt werden, solange es sich nicht infiziert. Kommt es jedoch zu einer Infektion, sind Antibiotika erforderlich. Außerdem kann es notwendig werden, das abgestorbene Gewebe zu entfernen. Je nachdem, welcher Teil der Bauchspeicheldrüse betroffen ist, werden dazu unterschiedliche Verfahren eingesetzt. Wenn die Nekrose keine akuten Probleme verursacht, wird mit dem Eingriff etwa vier Wochen gewartet, damit sich der Körper von der akuten Erkrankung erholen kann. Außerdem verhärtet sich das abgestorbene Gewebe mit der Zeit – dann lässt es sich besser vom gesunden Gewebe abgrenzen und leichter entfernen.

Eine akute Pankreatitis kann bei einem sehr schweren Verlauf auch auf den ganzen Körper übergreifen. Dies wird als systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) bezeichnet. Ein SIRS kann zum Versagen eines oder mehrerer Organe führen und erfordert eine Behandlung auf der Intensivstation. Dort wird versucht, die Organfunktionen aufrechtzuerhalten, bis sich der Körper erholt.

Was passiert, wenn die Erkrankung überstanden ist?

Wenn es einen bestimmten Auslöser für eine akute Pankreatitis gibt, wie zum Beispiel Gallensteine oder eine (seltene) Störung des Fettstoffwechsels, wird diese Ursache behandelt. Ansonsten sind nach einer unkomplizierten akuten Pankreatitis meist keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Bei alkoholbedingter Pankreatitis ist es sinnvoll, den Alkoholkonsum deutlich zu verringern. Das ist für viele Menschen schwer. Es gibt jedoch viele praktische Tipps und Unterstützungsangebote, die dabei helfen können, weniger Alkohol zu trinken. Ob Alkoholverzicht auch bei anderen Ursachen der Pankreatitis einem Rückfall vorbeugt, ist bislang nicht untersucht.

Wer eine akute schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Komplikationen überstanden hat, benötigt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus möglicherweise weitere Behandlungen. Viele Menschen nehmen während der Erkrankung sehr stark ab. Es kann manchmal mehrere Wochen dauern, bis der Appetit zurückkommt und das ursprüngliche Körpergewicht wieder erreicht wird. In dieser Zeit kann eine Ernährungsberatung hilfreich sein. Bei manchen Menschen stellt die Bauchspeicheldrüse nach der Erkrankung vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr genügend Verdauungssäfte her. Dann können künstliche Enzyme mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie unterstützen die Aufnahme von Fett aus der Nahrung. Nach einer akuten Pankreatitis steigt außerdem das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln.

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